Wild auf Zitrusfrüchte

Niels Rodin

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as Auspressen einer Orange mag für uns heute eine alltägliche Angelegenheit sein, doch das war nicht immer so. Dass wir heute eine grosse Vielfalt unterschiedlichster Zitrusfrüchte geniessen können, verdanken wir der Beharrlichkeit von Generationen von passionierten Botanikern. Einer von ihnen heisst Niels Rodin.
Seinen ersten Yuzu-Baum pflanzte Niels Rodin 2009 in seinem Garten in Gland (Waadt). Seither träumt der entfernte Verwandte des gleichnamigen Bildhauers davon, die Aroma-Palette von Chefköchen und Schöpfern von Genusstrends in der Schweiz mit einer Auswahl unterschiedlichster Zitrusfrüchte zu bereichern, von der winzigen Australischen Fingerlimette über eine Reihe von Sorten, die hierzulande niemand ausser ihm kennt, bis zur riesigen Zitronatzitrone.
Als Feinschmecker tüftelt Niels auch in seiner Küche an der Entfaltung der aromatischen Moleküle seiner Früchte. Der von Natur aus grosszügige Zitrusliebhaber teilt sein Wissen gern mit Vertretern des einheimischen Genusshandwerks in der Romandie. Diese verarbeiten die subtilen Aromen zu Produkten, die in Lebensmittelgeschäften zu finden sind.
Fragen Sie Niels Rodin nicht, wie viele Sorten Zitrusfrüchte er anbaut! Ihre Zahl wächst täglich. Heute gedeihen an verschiedenen Standorten in Borix und in Vich im Kanton Waadt 150 verschiedene Sorten. Der Zitruszüchter frönt seiner Leidenschaft in drei Gewächshäusern. Im ersten wird experimentiert, in den beiden anderen vermehrt, veredelt und produziert, und zwar in Bio-Qualität und nach den Prinzipien der Permakultur. Da die Nachfrage wächst, studiert Niels Rodin Projekte zur Erweiterung seiner Kulturen in der Westschweiz.

Die Medien berichten regelmässig über seine Leidenschaft und seine Begabung für den Zitrusanbau. Eine Gemeinde von neugierigen Küchenchefs und Geschmacksschöpfern hat seine Früchte kennengelernt, arbeitet mit ihnen und sorgt für Nachfrage.

Nachdem er über mehrere Jahre zwischen seinen Gewächshäusern und seiner Arbeit als Steuerexperte jonglierte, hat der Amateur-Zitrusbauer beschlossen, seine Leidenschaft zum Hauptberuf zu machen. Seither widmet sich der Vierziger mit dem feinen Gaumen täglich dem Ausbau seiner sich ständig weiterentwickelnden Kulturen.

Sein Anspruch? Er will Gastronomie und Food-Afacionados beliefern und ihnen regelmässig Neuheiten, historische Kostbarkeiten und wenig bekannte oder ungewöhnliche Sorten anbieten.

Und wann werden in der Schweiz gezüchtete Zitrusfrüchte wie Yuzu, Buddhas Hand und die Zitronatzitrone in die Küchen der Feinschmecker Einzug halten? “Schon sehr bald“, verspricht der passionierte Zitruszüchter augenzwinkernd.